Was ist Yoga?

Yoga – das ist viel mehr als Übungen mit Tiernahmen oder gar Gymnastik. Die offizielle Definition von Yoga ist in Patanjalis Yoga Sutras zu finden:

Yoga ist der Zustand, in dem die Bewegungen des Geistes in eine dynamische Stille übergehen.

Patanjali, Yogasutra 1.2

So weit so gut. Jeder, der schon einmal meditiert hat, weiß, wie schwer die Stille im Kopf sein kann. Eiegtnlich bereitet uns die Asanapraxis auf die Meditation vor. Aber was bedeutet Yoga für mich persönlich? Ganz schön schwierig. Für mich kann Yoga tatsächlich alles sein.

Ruhe im Oberstübchen

Yoga hört nicht auf, wenn wir die Matte verlassen – eher im Gegenteil. Kennst du das auch? Du kommst ganz beflügelt aus einer Yogastunde, du schwebst quasi schon über dem Boden. Alles ist super und dann – BOOM – läuft dich jemand fast über den Haufen oder der Bus fährt dir vor der Nase weg… Na, ist die wunderbare Gelassenheit noch da? Wenn man es schafft, diesen schönen Zustand mit in den Alltag zu nehmen, egal, was um einen herum passiert, dann hat man schon viel geschafft.

Nieder mit dem Schweinehund

Eine regelmäßige Praxis hilft mir aber auch besonders in Zeiten, in denen nicht alles Friede, Freude, (veganer) Eierkuchen ist. Denn seien wir mal ehrlich: Es ist ziemlich einfach, auf die Matte zu gehen, wenn alles super ist. Ganz anders sieht es dagegen aus, wenn ich mürrisch, müde, überfordert etc. bin (kommt bei mir öfter vor seit ich Mama bin). Und genau jetzt sollte man Yoga üben. Warum? Weil es uns zu mehr Geduld und vor allem zu mehr Energie verhelfen kann. Ist das einfach? Auf keinen Fall! Schaffe ich es immer? Nein, ich bin weit davon entfernt. Denn natürlich habe auch ich einen ziemlich großen Schweinehund, der laut protestiert und lieber auf der Couch rumlümmeln möchte. Dennoch bin ich immer ziemlich stolz, wenn ich trotz Widerwillen praktiziert habe. Bereut habe ich es noch nie. Schon nach einigen langen, bewussten Atemzügen merkt man meist schon, wie die Anspannung weniger wird oder wie die schlechte Laune verfliegt.

Der Weg ist das Ziel

Yoga ist ja gerade echt angesagt und überall sieht man schöne, schlanke Mädels in supercoolen Outfits, die sich mühelos zu einer Brezel verbiegen können. Natürlich ist es irgendwie cool, wenn man eine schwierige Asana meistert, aber bringt es einem etwas für sein Leben? Eher nicht. Dafür aber ein fancy Bild auf Instagram. Viel wichtiger ist bei den einzelnen Asanas der Weg, die Geduld und die Ausdauer, die wir brauchen, um beispielsweise in den Kopfstand zu kommen. Natürlich darf das auch Spaß machen. Und wenn man die Stellung erst einmal geschafft hat, beginnt die eigentliche Arbeit. Jetzt kommt nämlich der Geist wieder ins Spiel: Wie schaffe ich es, in einer anspruchsvollen Asana stabil und dennoch leicht zu verweilen und ganz bei mir zu bleiben. Gar nicht so einfach. Jeder, der mal in Krähe und Co stand, weiß bestimmt, wovon ich rede.
Auch wenn Yoga heute ein dickes Geschäft ist und sich besonders im Westen von seinem ursprünglichen Zweck entfernt hat, hat es dennoch sein Gutes: Denn erst durch die Kommerzialisierung konnte Yoga in der Mitte der Gesellschaft ankommen, ergo haben heute viel mehr Menschen Zugang zu Yoga als z. B damals vor 18 Jahren, als ich zum ersten Mal Yoga ausprobierte. Das ist gut, sehr gut sogar. Und vielleicht entdeckt ja auch der ein oder andere, dass Yoga so viel mehr ist als nur körperliche Übungen. Und wenn nicht, dann hat man sich dennoch etwas Gutes getan.

Yoga – eine Lebenseinstellung

Wie der Name meines Blogs vermuten lässt, kann und will Yoga auch viel mehr als auf die körperlichen Übungen reduzert zu werden. Yoga ist keine Religion, aber eine komplexe Philosophie, die natürlich auch von Themen aus dem Hinduismus beeiflusst wurde. Sie ist eine Lebenseinstellung, sie kann – wenn man das möchte – das ganze Leben durchziehen. Über einzelne Aspekte aus der Geschichte und Philosophie werde ich in Zukunft noch eingehen – das würde an dieser Stelle nämlich etwas den Rahmen spregen.

In diesem Sinne Namasté

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