Teacher Training – Wie bin ich hier gelandet?

Teacher Training

Das ist eine längere Geschichte. Zu Beginn möchte ich kurz erzählen, wie ich mit Yoga in Berührung kam. Meine erste Yogastunde habe ich 2001 mit 18 Jahren im Fitness-Studio besucht. Damals kannte kein Mensch Yoga. Ich hatte in einem Artikel etwas darüber gelesen und war einfach neugierig. Also bin ich hin. Ich war mit Abstand die jüngste Teilnehmerin. Die Stunde war zwar etwas eso-mäßig, aber mir gefiel’s ganz gut, also ging ich öfter zur Stunde. Damals waren die ganzen Stilrichtungen, wie wir sie heute kennen, noch völlig unbekannt. Dann kam das Abi, ein Auslandsaufenthalt, der Studienbeginn und ein weiterer Auslandsaufenthalt. Yoga lag bis zum Jahr 2008 auf Eis. Aber daran gedacht habe ich immer wieder.

Die Anfänge in Regensburg

2008 ließ mich der Gedanke nicht mehr los und ich buchte einen Kurs im Sivananda Yoga – was das genau war, wusste ich nicht. Auch hier war ich wieder die jüngste Teilnehmerin. So richtig begeistern konnte mich die Stilrichtung nicht, da es Woche für Woche immer die gleichen Übungen auf dem gleichen Schwierigkeitsniveau waren (dies könnte natürlich auch mit dem Alter der Schüler zu tun gehabt haben). Die Zeit ging dahin. Die Reise ging erst 2010 richtig los: Wie es der Zufall so will (obwohl ich nicht glaube, dass es Zufälle wirklich gibt, aber dazu an anderer Stelle mehr), stöberte ich im Internet nach Yoga und fand auf einem amerikanischen Blog einen Artikel über Jivamukti-Yoga. Das hörte sich gut an. Ich googelte nach diesem Stil in Deutschland und die einzigen Studios, die es zur damaligen Zeit gab, waren in Berlin, München und Regensburg – also in der Stadt, in der ich lebte. Glücklicherweise hatte ich sogar einen Gutschein für ebendieses Studio aus meiner Semester-Opening-Goodie-Bag.

Der Muskelkater lässt grüßen

Natürlich habe ich mich am nächsten Tag direkt auf den Weg ins Tara-Yoga-Studio gemacht. Und ich muss zugeben: Die erste Stunde war wirklich etwas merkwürdig, denn sie war ganz anders als das Yoga, was ich bisher gemacht hatte. Aber ich ließ mich darauf ein. Ich habe sogar am Anfang der Stunde mitgesungen. Ich wusste nicht, was mich erwartet, aber die liebe Katharina hat mich an meine Grenzen gebracht (lieben Gruß an dieser Stelle). Nach sehr schnellen Sonnengrüßen folgte ein bewegender Flow mit anspruchsvollen Asanas. War ich froh, als ich am Ende der Stunde endlich auf meiner Matte liegen konnte und mich entspannen durfte. Ich bin sogar fast eingeschlafen. Von da an hat es mich gepackt, diese fließenden Bewegungen fand ich echt super. Von da an ging ich regelmäßig zu den Jivamukti- und Vinyasastunden.

Neustart im Norden

Nach meinem Abschluss und einer kleinen Auszeit in meiner alten Heimat, zog ich für ein Praktikum nach Hamburg. Ich wusste damals nicht, ob sich aus dem Praktikum eine feste Stelle ergeben (jap!) und ob ich weiterhin im Norden bleiben würde (jap!). Irgendwann wollte ich dann auch wieder Yoga machen. In Hamburg ist das ja wirklich kein Problem, es gibt hier so viele tolle Studios und LehrerInnen. Nach ein wenig Ausprobieren landete ich 2015 mit einer Kollegin bei Damn good Yoga, das gerade ganz neu eröffnet hatte. Die Vinyasastunden von Inhaberin Nadine gefielen mir sehr gut, auch wenn sie manchmal wirklich sehr anstregend waren. 2016 ging ich dann das erste Mal zu einer Stunde (oder war es ein Workshop?) von Annika Isterling und seitdem ist Yoga wirklich ein fester Teil meines Lebens geworden. Ihre genauen Anleitungen haben mich viel tiefer und intensiver in jede Asana gebracht. Daher bin ich mittlerweile nicht nur großer Vinyasa-, sondern auch Anusara-Fan – denn diese Yogarichtung fordert nicht nur den Körper, sondern berührt auch das Herz. Nach diesen Stunden fühle ich mich immer richtig, richtig gut. Langsam aber sicher stieg in mir die Wunsch auf, ein Teacher Training zu absolvieren. Aber direkt kamen auch die ganzen Zweifel wie „das ist zu teuer, das kannst du nicht, du hast keine Zeit“ und blabla.

Erstmal Babypause

Als meine Tochter circa 6 Monate alt war, saß ich eines nachmittags auf der Couch und da war wieder dieser Gedanke ans Teacher Training. Ich wusste nicht, wie ich es zeitlich schaffen sollte. Denn jetzt hatte ich wirklich definitiv weniger Zeit für so ein Unterfangen. Allerdings war ich fest entschlossen, es durchzuziehen. Ich hatte mir zwar ein Studio herausgesucht, aber ich wusste nicht, wie ich die Anforderungen mit einem Baby erfüllen konnte. Ich grübelte und grübelte. Und wie aus dem Nichts bekam ich eine Nachricht von einer Freundin, die ich in der Krabbelgruppe kennengelernt hatte und die zufällig (ja genau) Yogalehrerin war: „Schau mal was ich eben bei Facebook gesehen habe. Da musste ich an dich denken! Kennst du den Yoga Circus in Buchholz?“ Sie schickte mir einen Link für eine Infoveransaltung, die 3 Tage später stattfinden sollte. Und was soll ich sagen? Ich ging hin und war überzeugt. Es passte einfach alles, besonders dass das Teacher Training für Familien gut machbar war. Ich unterschrieb den Vertrag noch an Ort und Stelle (natürlich mit vorheriger Absprache ;-)). Seit Ende August 2019 bin ich jetzt dabei und ich habe es keine Minute bereut…Wegen der Krise wissen wir gerade nicht, wann und wie wir weitermachen, aber irgendwie wird schon alles gut.

Alles nur Zufall?

Wie ich oben bereits angedeutet habe, glaube ich nicht wirklich an Zufälle. Es passiert das, was uns passieren soll. Das ist nicht immer das, was wir wollen – ja manchmal ist es sogar genau das Gegeteil von dem, was wir wollen. Im Rückblich stellt sich dann aber oft heraus, dass sich alles für uns zum Guten gewendet hat oder sogar noch besser geworden ist, als wir es uns hätten ausmalen können. Und dass mir meine Freundin genau in dem Moment schrieb, als ich darüber nachgrübelte, wie ich das Teacher Training hinbekommen könnte, ist doch wirklich mehr als Zufall.

Kennt ihr solche Situationen auch? Ihr setzt euch etwas in den Kopf und dann fügt sich auf einmal alles zusammen, Stück für Stück?

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