Shri – In jeder Situation das Gute sehen

Yogaphilosophie

Diese Überschrift kann auf manche LeserInnen vielleicht schon leicht provokativ wirken – ganz nach dem Motto: „Es gibt so viel Schlechtes auf der Welt. Wie kann das etwas Gutes sein?“ Und ja, natürlich gibt es Situationen und Umstände, die wirklich nicht schön und nicht gut sind. Da bringt es einem auch nichts, alles durch die rosarote Brille zu sehen. Allerdings neigen die meisten Menschen dazu, erst einmal nur die negativen Dinge zu sehen. Nicht nur bei anderen, sondern auch bei sich selbst. Man ist sich ja oft selbst der größte Kirtiker oder die größte Kritikerin. Was wir uns manchmal innerlich an die Birne werfen, würden wir noch nicht mal unserem ärgsten Feind an den Kopf schleudern.

Was können wir tun?

Aber manchmal sind Dinge, die passieren, auch einfach Mist. Punkt. Der Freund macht Schluss, die beste Freundin zieht in eine andere Stadt, ein geliebter Mensch stirbt oder ein Virus legt mal eben so die ganze Welt lahm. Da kann man positiv sein, wie man möchte, aber manchmal kotzt es einen einfach an. Und manche Situationen kann man auch einfach nicht ändern. An dieser Stelle kann uns das Konzept von Shri helfen: Was wir nämlich tun können, ist, unsere innere Haltung zu ändern. Auch wenn um uns die Krise tobt und wir genervt zu Hause sitzen, können wir innerlich etwas Abstand vom Chaos nehmen (also vielleicht) und unseren inneren Kompass auf etwas Gutes ausrichten. Das kann ein Telefonat mit guten Freunden oder das schöne Wetter sein oder dass man ein bisschen mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen darf. Egal, wie groß das Problem ist, es gibt immer noch etwas Gutes im Leben, für das man dankbar sein kann. Oft läuft die Schwarzseherei unbewusst ab und wir merken gar nicht, wie negativ wir wirklich sind. Der erste Schritt ist daher also erst einmal wahrzunehmen, wie viele negative Gedanken man hat und was man so von sich gibt. Das ist gar nicht so einfach und erfordert viel Übung.

Der richtige Zeitpunkt


Wenn man natürlich gerade bis zum Hals in einer emotionalen Achterbahnfahrt steckt, ist es natürlich schwer, Abstand zu nehmen. Da lebt man dann das Drama voll und ganz aus. Auch Selbstmitleid ist okay, so lange es nur für eine gewisse Zeit ist und nicht irgendwann das ganze Leben bestimmt. Setz dich also hin, wenn dich mal wieder alles nervt und denke darüber nach oder – besser – schreibe auf, was gut in deinem Leben ist. Egal wie viel Mist gerade passiert, und konzentriere dich auf die positiven Dinge. Und genau diese Möglichkeit, die Wahl zu haben, auf welche Situationen, Erlebnisse etc. wir uns fokussieren, macht uns frei. Frei vom Gedankenkarussel, das ständig in unseren Köpfen rattert und fast nie zur Ruhe kommt.

Konkrete Schritte

Abschließend fasse ich nochmal zusammen, was du aktiv tun kannst, um das Konzept von Shri mehr in deinem Leben umzusetzen:

  • Meditiere und höre dir selbst zu. Das ist in herausfordernden Situationen besonders schwer, aber einen Versuch ist es wert. Versuche mal deinen Gedanken „zuzuhören“. Du wirst überrascht sein.
  • Schreib es auf. Wenn du merkst, dass du negativ wirst, nimm dir einen Zettel und einen Stift und schreibe es mal auf. Schau dir die Liste dann genau an und frage dich: „Ist wirklich alles so schlimm? Oder ist das Problem in meinem Kopf größer als in der Realität?
  • Kultiviere Dankbarkeit. Schnapp dir wieder einen Stift und schreibe mindestens drei, besser noch fünf oder mehr Dinge auf, für die du dankbar sein kannst. Das können auch ganz banale Dinge sein. Über dieses Thema werde ich auch noch einmal einen Artikel schreiben.
  • Achte auf deine Worte. Dies ist wohl einer der schwierigsten Punkte. Wenn du dich das nächste Mal beklagen willst, versuche kurz zu warten. Frage dich „Möchte ich jetzt nur jammern, um Aufmerksamkeit zu bekommen oder brauche ich gerade wirklich ein offenes Ohr?“ Das gleiche gilt übrigens auch für’s Lästern und Tratschen (ich habe doch gesagt, dass das ein schwieriger Punkt ist…)

Natürlich geht das Konzept von Shri noch weiter. Allerdings würde das an dieser Stelle etwas den Rahmen sprengen. Wenn euch das Thema aber interessiert, dann schreibe ich gerne nochmal einen extra Artikel darüber.

Bis dahin, bleibt positiv,

Namasté

Romina

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